Ort Fleeth

Am 18. Januar 1241 schenkt Fürst Nicolaus von Werle dem Jungfrauen-Kloster zu Eldena 30 Hufen im Lande Turne an den Seen Vilz und Räz (sog. Feldmark des Dorfes Fleeth) und den Bach Driculne zur Anlegung einer Mühle (hier entsteht später die Fleether Mühle). Das Kloster erbaute auf diesen 30 Hufen das Dorf Fleeth. Bereits am 25. September 1270 verkaufte das Kloster dieses Dorf an die Mirower Johanniter-Comthurei. Zu diesem Zeitpunkt leben im Ort Fleeth inklusive eines Freischulzenhofes und einer Wasser-Schneidemühle am alten Diculnebache (später Fleether Mühle genannt) zusammen 112 Einwohner. Der Johanniterorden erlangte 1303 vom Fürsten Heinrich die Befreiung vom Münzpfennig (Abgabe der Bauern an den Landesherren) und Zins (Pacht- und Feudalrente) für den Ort.

Vor dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) wohnten in Fleeth der Schulze (Dorfvorsteher im Sinne eines Bürgermeisters), 6 Bauleute und 2 Büdner mit ihren Familien. Diese trugen die Namen Beneke, Berend, Meineke, Päpeke, Kortz und Winkel. Der Freischulzenhof war im Besitz der Familie Gerloff, bis er 1764 durch Heirat an die noch heute dort ansässige Familie Prütz gelangte. Nach dem 30-jährigen Krieg im Jahre 1654 waren nur noch 2 Bauleute in dem Dorf Fleeth ansässig.

In der Zeit von 1871 bis 1996 wohnten in Fleeth durchschnittlich um die 90 Einwohner (1871=90; 1875=78; 1880=94; 1885=104; 1926=76, 1939=80; 1945 =138 mit Umsiedlern; 1946=129 mit Umsiedlern; 1949=93; 1951=116, 1952=85, 1955=89 und 1996=90).

1957 wurden Fleeth und Fleether Mühle mit dem Ort Diemitz zusammengeschlossen nachdem die landwirtschaftliche Nutzung bereits vorher zusammengeführt wurde. 2004 wurden Fleeth, Fleether Mühle und Diemitz in die Stadt Mirow eingemeindet und sind bis heute eigenständige Ortsteile von Mirow.

Im Jahre 2011 wohnten 54 Einwohner ganzjährig in Fleeth und 6 Einwohner in Fleether Mühle. Fleeth ist kein Bauerndorf mehr, sondern hat sich zu einem Urlaubsort mit vielen Feriendomizilen entwickelt. So wohnen im Sommer und in den Ferienzeiten inklusive der Ferienhausbesitzer bis zu 200 Menschen im Badeort Fleeth.

Im Jahr 2012 wurde auf dem Alten Friedhof der Glockenstuhl neu gesetzt. Er beherbergt eine kleine Bronzeglocke, die bereits vor der Reformation gegossen wurde, denn ihre Inschrift lautet "Ave Maria Gratia Plena" (Gegrüsst seist du Maria, du Gnadenreiche). Auch die kleine, in den 60ern erbaute Friedhofskapelle, bisher nur zu Trauerfeiern genutzt, dient nun als stiller Ort, um sich unterzustellen, still zu werden und/oder zu beten. Maßgeblich ist hier den Kameraden der Feuerwehr zu danken, die nicht nur beiden Objekten (Glockenstuhl und Kapelle) wieder zu neuem Glanz verhalfen, sondern auch für Festivitäten in Fleeth, vornehmlich im Sommer, sorgen.